20171002 mongolei gobi b takhi (14)1

Im Gedenken an den grossen Naturfreund Stephan Siegfried

Stephan Siegfried ist am 9. Oktober 2023 von uns gegangen. Die Gedanken der International Takhi Group sind bei seiner Familie und wir teilen die Trauer um einen liebenswerten und engagierten Freund.

Als Sohn des Mitgründers der ITG war es Stephan ein grosses Anliegen, die Wiederansiedlung der Przewalskipferde in der Mongolei mit der Jean-Pierre und Sonja Siegfried Stiftung zu unterstützen, er war deren Präsident. Vor sechs Jahren packte er die Möglichkeit, das Herzensprojekt seiner Eltern, Jean-Pierre und Sonja Siegfried, in der Mongolei zu besuchen. Er freute sich, «die Takhi seines Vaters» zu sehen, interessierte sich aber gleichermassen auch für die Pflanzen und anderen Wildtiere, allen voran natürlich für seine geliebten Vögel.

Diese Liebe zur Natur, aber auch zu den verschiedensten Menschen, machte es ihm einfach, auch in der Mongolei Freundschaften zu schliessen. Er liess sich von den Erzählungen der Ranger und Nomaden begeistern, begeisterte diese aber ebenso, wenn er mit leuchtenden Augen von seinen vielen anderen Reisen und Begegnungen mit Tieren erzählte.

Stephan, Deine Begeisterungsfähigkeit, Deine inspirierende und humorvolle, aber auch fordernde Persönlichkeit werden uns weiterhin in unseren Gedanken begleiten und uns in unserer Arbeit in der Mongolei unterstützen. Danke Stephan, lebe wohl!

a 20231000 itg tourismusmesse itm (2)

Die Mongolei ist eine Reise wert

Lonely Planet, der Klassiker der Reiseführer, empfiehlt in seinem „Best in Travel“ die Mongolei als Reiseland für all jene, die Weite, Abenteuer und Kultur suchen.

Zeitgleich fand in Ulaanbaatar, der Hauptstadt der Mongolei, eine Tourismusmesse statt, an welcher auch die ITG Mongolei einen Stand hatte. Sie stellte die Gobi B als Reiseziel vor und wies dabei auf die fantastische Landschaft und die einzigartige Fauna und Flora im Südwesten der Mongolei hin – eine Ort, wo es – wie es Lonely Planet bezeichnet – viel zu entdecken gibt.

sony dsc

Great Gobi 6 Initiative “Seite an Seite leben“

Das Meeting der Great Gobi 6 Initiative wurde im Oktober durch die Interessenvertreter der „Gobi’s Wonder 6“ im Khukhmort Sum in der Gobi Altai Provinz organisiert. Das Hauptthema drehte sich um die umweltfreundliche Planung und Implementierung linearer Infrastruktur wie Pipelines und grosse Strassen. Die Diskussionen basierten auf dem Standard MNS 6735:2018 des Mongolischen Gesetzes, welches die Anforderungen für Querungen von Migrationsrouten von Wildtieren.

khulan takhi

Wildtier-Untersuchung

Anfangs September wurde bei der Oase Khonin us in der Great Gobi B eine Wildtierzählung durchgeführt. P. Suvd, G. Dagvasuren and Penolofa entdeckten dabei rund 90 Takhi und 600 Khulane. Die Przewalskipferde schliessen sich oft im Herbst vorübergehend zu grösseren Gruppen zusammen. Dabei kann es auch zu Verschiebungen zwischen den Gruppen kommen.

world heritage

Erarbeitung einer World Heritage-Nomination

Die Wüste Gobi in der Mongolei ist aufgrund ihrer Ausdehnung, Vielfalt und Unberührtheit weltweit einzigartig. Die Große und Kleine Gobi beherbergen eine außergewöhnliche Anzahl von seltenen Tier- und Pflanzenarten sowie eine enorme Bandbreite an intakten Wüstenlandschaften und geologischen Ausprägungen. Das Projektteam, das die mongolische Regierung bei der Nominierung der „Desert Landscapes of the Mongolian Southern Gobi” unterstützt, unternahm eine Inspektionsreise in die Great Gobi B SPA.

Die Mongolische Regierung hat in der Folge beschlossen, die Nominierung der vorgeschlagenen Gebiete als World Heritage zu unterstützen. Der Vorschlag umfasst: Great Gobi B SPA mit Eej Khairkhen Natural Monument, Great Gobi A SPA mit Alag Khairchen und die Small Gobi A&B SPA. Dies ergibt ein Gesamtgebiet von über 80’000 km2.

202308 itg learning wild emiliy kieson (15)

“Learning Wild” in der Mongolei

Die Learning Wild-Gruppe verbrachte einen lehrreichen Kurs mit vielen aussergewöhnlichen Erlebnissen in Takhin tal und der Gobi B. Emily Kieson (Equine international) und Bonny Mealand (Touching Wild), sowie ITG-Präsident Reinhard Schnidrig, Dalaitseren Sukhbaartar und Dagavsuren (ITG/Gobi B) konnten den Aufenthalt mit ihren Ausführungen zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. In the Worten von Emily Kieson:
„Mit einer Learning Wild-Gruppe in die Mongolei zu reisen, hat alle meine Erwartungen übertroffen. Die Ranger und Guides in Takhin tal waren unübertreffbare Gastgeber. Wir fühlten uns sofort wohl in einer Landschaft und einer Kultur, die sich von der unsrigen sehr stark unterscheidet. Die Gastgeber der Gobi B-Station erfüllten all unsere Wünsche, die Gegend und die Fauna und Flora kennenzulernen. Die Station war für uns perfekt. Ob im Morgengrauen Takhi beobachten oder im Camp die Landschaft und den Komfort der Jurten geniessen: wir hatten endlose Möglichkeiten, die Wunder der Gobi B zu geniessen und schätzen zu lernen.“ (Foto Emily Kieson)

img 0030

Naadam Feierlichkeiten in der Gobi

Letztes Wochenende hat das Schutzgebiet Great Gobi B ein lokales Naadam Fest veranstaltet.

Zahlreiche Besucher aus der Region kamen nach Bij Bag (Bugat Soum, Govi-Altai), um gemeinsam ihr Nationalfest zu feiern. Während des Fests messen sich die Teilnehmer im Ringen, Bogenschießen und Reiten.

Schirmherr der Veranstaltung war ITG Präsident Reinhard Schnidrig. 

Vogelmonitoring in der Dsungarischen Gobi

Das Institut für Biologie der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Ulaanbaatar, die International Takhi Group und das Schutzgebiet Great Gobi B arbeiten zusammen, um die Vogelvielfalt in der Dsungarischen Gobi zu untersuchen. Ziel der Studie ist es, die Zusammensetzung der Vogelarten in der Region zu bestimmen, in der bisher nur wenig Vogelforschung betrieben wurde, und die Verbreitung und den Bestand seltener Vögel zu bewerten, um das optimale Management des Vogelschutzes in der Great Gobi B zu ermöglichen. Während der ersten Feldstudie wurden mehr als 120 Arten erfasst und einige Vögel gefunden, die in Zentralasien weit verbreitet, in der Mongolei jedoch selten sind, wie die Misteldrossel (Turdus viscivorus) und den Bienenfresser (Merops apiaster). Darüber hinaus wurden viele gefährdete Vögel wie die Altai-Schneehuhn (Tetraogallus altaicus) und der Bartgeier (Gypaetus barbatus) registriert.

Schutz von Wasserstellen in der Great Gobi B

Die Verwaltung der Great Gobi B und des Uench-Bodonch-Bulgan-Flussgebiets hat in Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinschaften Zaun- und Schutzmaßnahmen zum Schutz der Quellen durchgeführt, die Trinkwasser für Wild- und Nutztiere liefern. Das Projekt wurde von der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit und der Internationalen Takhi-Gruppe finanziert.

Die Quellen wurden eingezäunt, d. h. schräg und senkrecht, mit drei Stützpfählen, an deren Fuß Steinlasten angebracht wurden, und an den Pfählen wurden Seitennetze befestigt. Wir beginnen damit, den aktuellen Status dieser geschützten Quellen zu ermitteln, sie zu registrieren und sie an die örtlichen Gemeinden zu übergeben.