Einst ausgerottet, aber nun kehren sie heim in die Steppen Zentralasiens, Wildpferde und Wildesel. Neben der Mongolei und China soll im Rahmen der Altyn Dala Conservation Initiative (ADCI) das Przewaski Wildpferd (Equus przewalskii) und der Asiatische Wildesel (Equus hemionus kulan) wiederum in den weiten Steppen Zentralkasachstans angesiedelt werden. Bereits leben 22 Przewalski Wildpferde und einige Dutzend Kulane in der Altyn Dala, der goldigen Steppe. Gerade kürzlich wurden die ersten beiden Wildpferdefohlen geboren, eine grosse Freude für all die engagierten Menschen, die hinter dem Projekt stehen.
Für die Wiederansiedlung von Wildtieren in weit entlegenen Gebieten ist ein funktionierendes Camp Voraussetzung. Die ITG ist stolz, beim Aufbau des Camps in Alibi und damit bei der Wiederansiedlung der Wildequiden in Kasachstan mithelfen zu dürfen. Mit der Hilfe der Fondation OptisomAs konnte die ITG den Bau des neuen Haupthauses im Camp ermöglichen. Bei seinem Besuch in Alibi im August dieses Jahres konnte sich ITG Präsident Reini Schnidrig persönlich von der Funktionalität des neuen Hauses überzeugen.
Die ITG wird die Wiederansiedlung von Wildpferden und Wildeseln in Kasachstan weiterhin unterstützen. Gespräche über eine mehrjährige Partnerschaft laufen derzeit.
Die ITG war stolz darauf, an der COP17 in der Mongolei teilnehmen zu können und zu wichtigen Diskussionen über Biodiversität, die Wiederherstellung von Weideland, Schutzgebiete und die grenzüberschreitende Artenförderung beizutragen. Die Konferenz bot eine wichtige Plattform, um Regierungen, internationale Organisationen, Naturschutzpartner, die Zivilgesellschaft und lokale Gemeinschaften zusammenzubringen – und internationale Verpflichtungen in konkrete Maßnahmen vor Ort umzusetzen.
Schutz der Gobi und der östlichen Steppe in der Mongolei
Einer der Höhepunkte war unsere Nebenveranstaltung zum Thema „Schutz der letzten verbliebenen unberührten Wüsten- und Steppenökosysteme“, die sich auf die Nominierungen der Mongolei für das UNESCO-Weltnaturerbe bezog. An der Veranstaltung nahmen Vertreter des mongolischen Ministeriums für Umwelt und Klimawandel (MECC), der mongolischen Nationalkommission für die UNESCO, der Zivilgesellschaft, lokaler Gemeinden und Naturschutzorganisationen teil. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen der außergewöhnliche universelle Wert und die Integrität der vorgeschlagenen Welterbestätten sowie deren Bedeutung für die Tierwelt und die Ökosysteme der Mongolei.
Ein besonders wichtiges Ergebnis war die offene Diskussion über die von der Zivilgesellschaft und den lokalen Gemeinschaften geäußerten Bedenken hinsichtlich Bergbaulizenzen in oder in der Nähe von Schutzgebieten und nominierten Welterbestätten sowie hinsichtlich des geplanten Verkehrskorridors Naran Sevstei in der Nähe des besonderen Schutzgebiets „Great Gobi A“. Das MECC bekräftigte öffentlich seine Verpflichtung, diese Bedenken ernst zu nehmen und geeignete Maßnahmen zum Schutz der Ökosysteme und der Rechte der lokalen Gemeinschaften zu ergreifen. Sowohl das MECC als auch die mongolische Nationalkommission für die UNESCO bekundeten zudem ihre nachdrückliche Unterstützung für die Welterbe-Nominierungen und ihre Verpflichtung, die Anforderungen der UNESCO zu erfüllen und die Integrität der nominierten Stätten zu wahren. Vertreter der Zivilgesellschaft und von Nichtregierungsorganisationen sprachen sich einstimmig für den Erhalt dieser außergewöhnlichen Naturräume aus.
Förderung der grenzüberschreitenden Artenförderung
Eine weitere wichtige Entwicklung war die Entscheidung der Mongolei, Vorbereitungen für ein Ministertreffen mit China im Jahr 2027 in Ulaanbaatar einzuleiten, um mögliche Kooperationsfelder für den grenzüberschreitenden Artenschutz in der Wüste Gobi zu erörtern. Dieser Schritt dient der Umsetzung der Maßnahme 22.1 des Arbeitsprogramms 2026–2032 der Zentralasiatischen Säugetierinitiative (CAMI), das auf der CMS-Vertragsstaatenkonferenz Anfang dieses Jahres verabschiedet wurde. Das Treffen wird vom CMS-CAMI-Sekretariat organisiert, wobei ein Organisationskomitee unter der Leitung des UN-CMS-Sekretariats tätig sein wird. ITG wird Teil des Komitees sein und voraussichtlich gemeinsam mit Partnern wie WCS und WWF Fachwissen und finanzielle Mittel einbringen. Die Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ist für den Schutz der wandernden und weit verbreitenden Säugetiere Zentralasiens von entscheidender Bedeutung, deren Lebensräume weit über nationale Grenzen hinausreichen.
Ein ganzheitlicher Ansatz zum Schutz von Weideland
Weideland war ein weiteres wichtiges Diskussionsthema während der COP17. Wie ITG-Präsident Reinhard Schnidrig betonte, handelt es sich bei Weideland um gemeinsam genutzte Landschaften, in denen Viehzüchter, Nutztiere und Wildtiere koexistieren. Ihr Schutz erfordert daher einen ganzheitlichen Ansatz, der die Zusammenhänge zwischen Menschen, Nutztieren, Wildtieren und Ökosystemen berücksichtigt. Die ITG hob zudem die Bedeutung stärkerer Synergien zwischen den verschiedenen internationalen Übereinkommen hervor und betonte, dass diese Verpflichtungen in schnelle, greifbare Ergebnisse für die Wiederherstellung von Weideland umgesetzt werden müssen.
Von Verpflichtungen zum Handeln
Für ITG bot die COP17 nicht nur die Gelegenheit, Prioritäten im Naturschutz zu erörtern, sondern auch praktische Lösungen und Partnerschaften voranzubringen. Von der Unterstützung der Weltkulturerbe-Bestrebungen der Mongolei und der Stärkung des Schutzes der Wüste Gobi und der östlichen Steppe bis hin zur Verbesserung der Naturschutzinfrastruktur und der Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit – die Ergebnisse der COP17 verdeutlichen die Bedeutung der Zusammenarbeit sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Wir danken unseren mongolischen und internationalen Partnern, Regierungsvertretern, zivilgesellschaftlichen Organisationen und lokalen Gemeinschaften für ihr Engagement und ihren Einsatz. Gemeinsam können wir Naturschutzverpflichtungen in nachhaltige Maßnahmen zum Schutz der Ökosysteme, der Tierwelt und der Menschen in der Mongolei umsetzen.
Unterstützung der Ranger beim Schutz der letzten Wildpferde der Mongolei
Das Ranger-Team in Takhin Tal überwacht täglich die Takhi (Przewalski-Pferde), aber auch viele weitere charakteristische Arten in der Wüste Gobi, wie Khulane (Asiatische Wildesel), Argali-Wildschafe, Wölfe, Gazellen, Greifvögel und zahlreiche weitere Steppenvögel. Diese Tiere bewohnen gemeinsam eine der letzten grossen Wildnislandschaften Zentralasiens.
Die Ranger patrouillieren in diesen riesigen Gebieten unter extremen Bedingungen. Während im Sommer die Temperaturen enorm hoch klettern, fegen im Winter eisige Winde über die offenen Ebenen. Trotz dieser Herausforderungen ist ihre Arbeit unverzichtbar für den Schutz der Tierwelt, die Erhebung wissenschaftlicher Daten und für die Bewahrung der Artenvielfalt für künftige Generationen.
Warum sind Ferngläser für die Ranger so wichtig
In der weiten Landschaft der Gobi B erspähen die Ranger die Wildtiere oft aus mehreren Kilometern Entfernung. Hochwertige Ferngläser ermöglichen es ihnen, die Tiere genau zu beobachten, ohne sie zu stören. Dabei überwachen sie die Zusammensetzung der Herden, beurteilen den Gesundheitszustand und das Verhalten der Tiere und erkennen Verletzungen oder ungewöhnliche Bewegungen frühzeitig. Sie stellen damit Veränderungen fest, die allenfalls eine genauere Untersuchung erfordern.
Die präzisen Beobachtungen tragen zudem zu einem langfristigen wissenschaftlichen Monitoring und damit zu einem fundierten Management des Schutzgebiets bei.
Leider sind viele der derzeit vom Ranger-Team genutzten Ferngläser veraltet oder beschädigt. Die Erneuerung dieser wichtigen Ausrüstung stärkt die Fähigkeit der Ranger, die Tiere zu schützen.
Unterstützen Sie die Augen, die die Wildnis schützen
Jedes Fernglas bedeutet ein weiteres Paar Augen, das einen der weltweit bemerkenswertesten Erfolge im Naturschutz beobachtet. Mit ihrer Hilfe zur Erneuerung des Ranger-Equipments unterstützen Sie den dauerhaften Schutz der letzten Wildpferde und der außergewöhnlichen Tierwelt der Great Gobi B.
Wir danken Ihnen für jede Spende, die hilft, das Ranger-Team in Takhin Tal mit den notwendigen Ferngläsern auszustatten. Gemeinsam können wir dazu beitragen, eines der letzten grossen Wildnisgebiete der Erde zu überwachen.
Im Rahmen seiner Masterarbeit erforscht Tsogtdelger, mongolischer Forschungsassistent der ITG, die Artenvielfalt der Fledermäuse in der Dzungarischen Gobi. Er fängt die Tiere auf eine schonende Weise ein, bestimmt sie und zeichnet mittels einer speziellen akustischen Ausrüstung ihre Echo-Ortungsrufe auf. Dadurch erfahren wir mehr darüber, wie viele Fledermausarten in diesem einzigartigen Wüsten-Ökossystem leben und wie sie ihren Lebensraum nutzen.
Jede Beobachtung und Tonaufnahme hilft, diese bemerkenswerten, nachtaktiven Säugetiere besser zu verstehen, was künftige Naturschutzbemühungen unterstützt.
Bleiben Sie dran! Wir erkunden weiterhin die verborgene Vielfalt der Dsungarischen Gobi – Ruf für Ruf!
Am 5. Mai 2026 hielt die ITG ihre jährliche Mitglieder-Generalversammlung zum Geschäftsjahr 2025 ab, gepaart mit dem jährlichen Treffen des Fördervereins «Freunde des Wildpferdes». Der Vorstand der ITG legte Rechenschaft ab über die Tätigkeiten und die Verwendung der Finanzen im letzten Jahr. Zudem präsentierte er die geplanten Aktivitäten mit Budget im laufenden Jahr. Priorität haben im Jahr 2026 die Durchführung des ITG-workshops in Takhin Tal und die Teilnahme am PHCA (Przewalski’s Horse Conservation Alliance) in Khomyn Tal, sowie die Begleitung des IUCN-Expertenbesuchs zur fachlichen Überprüfung des Gesuchs zur Aufnahme der Mongolian Gobi in die UNESCO-Welterbe-Liste. Garniert wurde die Versammlung mit einem Referat von Fay Goedbloed zum Thema «Weidemanagement in der Grossen Gobi».
Anfang Mai besuchten der UN-Residentenkoordinator Jaap van Hierden und der deutsche Botschafter Helmut Kulitz gemeinsam mit der ITG die Great Gobi B SPA. Die Diskussionen drehten sich um den Schutz der Wildtiere und die bevorstehende COP17 zur Wüstenbekämpfung, die in der Mongolei stattfindet. Die Reise war sehr inspirierend und die ITG hofft auf weitere fruchtbare Treffen.
Nach chinesischen Tierkreiszeichen gilt seit 17. Februar 2026 das seltene, glückverheissende, energiegeladene Jahr des Feuerpferds – erstmals wieder seit 1966. Damals erlosch das wildlebende Urwildpferd. 60 Jahre später durchstreift diese um Haaresbreite der Ausrottung entkommene Art wieder wilde Steppen. Was für ein Anblick!
Ein guter Grund, sich in der neusten Ausgabe der Takhi-Post wieder einmal hauptsächlich dem Takhi, der Schirmart der Great Gobi B, zu widmen. Auch nach 34 Jahren Projektarbeit gibt es immer noch viel zu tun, bleiben die Aufgaben und Herausforderungen mannigfaltig. Die Artenvielfalt im Schutzgebiet überrascht uns immer wieder: wussten Sie, dass dort nicht nur ein Przewalski-Pferd, sondern auch eine Przewalski-Eidechse lebt? Und dass diese erst vom kurzem entdeckt wurde? Erfahren Sie mehr dazu im Artenporträt.
Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre.
Herzlichen Dank für Ihre treue Unterstützung und dafür, dass Sie wie wir Feuer und Flamme für das Takhi und seinen einzigartigen Lebensraum sind.
Schöne News aus der Great Gobi B SPA: Das erste Przewalski-Fohlen in diesem Jahr wurde in freier Wildbahn gesichtet.
Während eines Monitorings entdeckte Ranger Ragchaa Oktyabri aus dem Tonkhil Sum im Gobi-Altai Aimag das neugeborene Takhi in der Nähe von Goviin Elsen Tolgoi – ein vielversprechender Start in die Saison 2026. Die kleine Gruppe bestand aus einem Hengst, einer Stute und dem ca. 3-4 Tage alten Fohlen. Als die Takhi den Ranger bemerkten, zogen sie sich schnell in Richtung Khonin Us zurück. Stuten mit neugeborenen Fohlen sind von Natur aus sehr aufmerksam – ein wichtiger Instinkt, der das Überleben der Jungtiere in freier Wildbahn sichert.
Diese frühe Sichtung ist ein positives Zeichen und unterstreicht die Bedeutung des Monitorings zum Schutz dieser einzigartigen Art.
Unser Projektleiter Buyantogtokh Dorjbat nahm am Kamelfestival in der Provinz Gobi-Altai teil, das Kamelhirten aus allen 18 Sums zusammenbrachte. Ziel des Festivals war es, die Entwicklung der Kamelzucht sowie den Wissens- und Erfahrungsaustausch unter den Hirten fördern und das reiche Erbe und die Kultur der Mongolei zu feiern.
Während der Veranstaltung stellte Buyantogtokh die Kamelwollprodukte der Khuvchiin Tsagaan Sort Hirtenkooperative aus der südwestlichen Wüste Gobi aus: Aus dem Herzen der Gobi bis in Ihre Hände erzählt jeder Faden Geschichte.
Wir freuen uns, die Story-Map mit den Highlights unserer Kamerafallen-Einsätze von 2025 im Gobi-Ökosystem präsentieren zu können. Das interaktive Format zeigt faszinierende Momente, die unsere Kamerafallen eingefangen haben und bietet einen Einblick in das Leben der unterschiedlichsten Tierarten der Great Gobi B SPA. Neben scheuen Wildtieren bis hin zu selten beobachtetem Alltagsverhalten spiegeln die Bilder und Karten aber auch das ausdauernde Engagement und die Teamarbeit, die hinter den Einsätzen der Forscher im Feld stehen.
Wir hoffen, dass Ihnen die Story-Map gefällt und Sie daran erinnert, wie wichtig Ihre Spenden und Ihre fortwährende Unterstützung sind. Ihre Beiträge tragen dazu bei, unser Verständnis für eine der einzigartigsten Landschaften der Welt zu vertiefen und spielen damit eine entscheidende Rolle beim Schutz dieses außergewöhnlichen Ökosystems und seiner Bewohner.
Vielen Dank, dass Sie Teil dieser wichtigen Arbeit sind und dazu beitragen, die Wildnis der Gobi zu bewahren.
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